Die geplante EU-weite Bepreisung für Kohlendioxid-Emissionen im Gebäude- und Verkehrssektor könnte für die Besitzer von Gas- oder Ölheizungen, sowie die Fahrer von PKW’s, Transportern und Wohnmobilen mit Verbrennungsmotor richtig teuer werden.
Ab dem Jahr 2027 soll ein neues EU-Emissionshandelssystem geschaffen werden: das EU ETS II für Straßenverkehr, Gebäude und bestimmte industrielle Brennstoffe – dieses soll auch die deutschen Emissionen dieser Sektoren nach dem Willen der Ampelkoalition erfassen. Und das könnte, nach Berechnungen des Spiegel, die Verbraucher finanziell stark belasten.
Gasheizung: 1000 Euro für CO2
Schon bei einem CO2-Preis von 200 Euro pro Tonne müsste eine Familie mit einem kleinen Haus, das jährlich 20.000 Kilowattstunden Erdgas verbraucht, mit einer zusätzlichen Belastung von fast 1.000 Euro rechnen. Ein Haushalt mit einem Bedarf von 1.800 Litern Heizöl käme auf rund 1.160 Euro pro Jahr. Für eine Autofahrt von Hamburg nach München und wieder zurück würden für den CO2-Ausstoß um die 57 Euro fällig.
Urlaubsfahrt: 85 Euro für CO2
Bei 300 Euro je Tonne müsste die Familie mit Gasheizung jährlich an die 1.500 Euro und der Haushalt mit Ölheizung knapp 1.750 Euro zusätzlich zahlen. Die Autofahrt vom Norden in den Süden und zurück würde um die 85 Euro allein für die CO2-Bepreisung kosten. Die tatsächlichen Preise werden am künftigen zweiten EU-Emissionsrechtemarkt durch Angebot und Nachfrage gebildet.
Anzeige
BuchTIPP: Bundes-Immissionsschutzgesetz
Handlicher Kommentar für Praktiker!
mehr auf >> juristische-fachbuchhandlung
„Um die EU-Klimaziele zu erreichen, könnten 2030 CO2-Preise um die 200 Euro und 2040 um die 300 Euro pro Tonne erforderlich sein“, sagt der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer, dem Hamburger Magazin. Laut Umweltbundesamt verursacht die Emission einer Tonne CO2 im Schnitt Schadenskosten von rund 237 Euro. Entsprechend kostspielig würde in dieser Preisspanne das Verfeuern fossiler Brennstoffe.
.
Quelle: dts